Bodensee: Mehr als Radfahren

05 Juli 2017
von Markus Böhm, Bodensee Experte
www.bodensee.eu
Auf dem Rad erlebten wir authentische Bodensee-Highlights – mal abseits des Ufers und dann wieder ganz nah am Wasser.

200 Jahre nach der Erfindung der Draisine ist Radfahren weit mehr als eine Art der Fortbewegung. Radfahren am Bodensee bedeutet Genuss, Kultur, Sport und Erholung zugleich. Wir waren unterwegs auf einer Tour durch drei Länder und einem Fürstentum. Mit dem Rad besuchten wir  kulturelle, kulinarische und ganz natürliche Bodensee-Highlights – mal abseits des Ufers und dann wieder ganz nah am Wasser. Bei einer Verfolgungsjagd auf den Spuren von Papst Johannes XXIII entlang der deutsch-schweizer Grenze, einer Genusstour zu den feinsten Spezialitäten des Fürstentums Liechtenstein und einer Fahrt zu ausgewählten Naturschauspielen Vorarlbergs wird Radfahren zu einem einzigartigen Erlebnis.

Konstanz: Der Seerhein (c)Schwelle
Seerhein Konstanz
Seestraße Konstanz am Bodensee | © Historical street in Constance
Seestraße Konstanz

Tag 1: Rad & Kultur - Die Konstanzer Papstflucht
Unsere Tour beginnt in Konstanz. Hier haben wir bereits am Vortag in das Steigenberger Inselhotel eingecheckt. Das ehemalige Dominikanerkloster liegt idyllisch auf einer kleinen Privatinsel vor der Konstanzer Altstadt und ist der ideale Ausgangspunkt für eine Radtour durch die Vierländerregion Bodensee.

Nach einer kleinen Stärkung holen wir auch gleich die Räder beim hiesigen Radverleih ab. Das Kultur Rädle in unmittelbarer Umgebung des Hauptbahnhofes bietet sowohl E-Bikes als auch herkömmliche Trekking- und Cityräder. Jetzt geht es los mit unserer kulturellen Radtour. Wir folgen Papst Johannes XXIII, der im März 1415 während des Konstanzer Konzils als Knappe verkleidet aus der Stadt flieht.

Die Fahrradtour führt von Konstanz über Gottlieben nach Steckborn und von hier weiter mit dem Schiff nach Schaffhausen. Der Rückweg erfolgt über Radolfzell nach Konstanz. Unterwegs gibt es immer wieder spannende Stories rund um das Konzil und die Flucht des Papstes zu entdecken. Sehr gefallen hat uns die Streckenführung direkt am Wasser und die wunderschöne Natur. Die besagte Radtour ist zudem eine Teiletappe des bekannten Bodensee-Radwegs. Dieser führt auf rund 270 Kilometern durch drei Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz) und zählt zu den beliebtesten Radrouten Europas. Unser Abendausklang fand an der Konstanzer Hafenpromenade statt. Wir entscheiden uns für das Restaurant Hafenhalle mit traumhaften Blick auf den See.

Schon gewusst? Habemus Papam! Von 2014-2018 erinnert die Stadt Konstanz an die Wahl des ersten und einzigen Papstes, der jemals nördlich der Alpen gewählt wurde.

Schloss Vaduz im Fürstentum Liechtenstein in der Nähe vom Bodensee
Schloss Vaduz
Hofkellerei im Fürstentum Liechtenstein | © Principality of Lake Constance
Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein
Der Fürstenhut in der Schatzkammer im Fürstentum Liechtenstein in der Nähe vom Bodensee
Schatzkammer Liechtenstein

Tag 2: Rad & Genuss im Fürstentum Liechtenstein
Der zweite Tag führt uns zu den Schätzen des Fürsten von Liechtenstein. Damit wir die Radtour gleich am Morgen starten können, checkten wir noch am Vorabend im b_smart hotel in Gamprin-Bendern ein. Dank des Self-Check-In im Hotel war die späte Ankunft kein Problem. Das Fürstentum Liechtenstein ist eines der kleinsten Länder der Welt und liegt eingebettet zwischen den schweizerischen und österreichischen Alpen. Wenn man sich umblickt sieht man vor allem eines: Berge soweit das Auge reicht.

Unsere Radtour führt uns durch die Talebene des Rheins, der im Sonnenlicht türkis schimmert und leicht milchig wirkt. Nach ca. 30 Minuten erblicken wir an einem der Berghänge das Wahrzeichen Liechtensteins: das Schloss Vaduz. In Vaduz lernen wir zunächst die materiellen Schätze des Fürsten von Liechtenstein kennen. Diamanten glitzern und funkeln in allen Ecken der Schatzkammer Liechtensteins. Bei einem Spaziergang durch das Vaduzer Städtle kommen Kultur- und Kunstinteressierte nicht mehr aus dem Staunen heraus: Sechs Museen liegen hier Tür an Tür. Doch unser Weg führt uns weiter zu den kulinarischen Schätzen des Fürstentums. Nur wenige Minuten radeln wir zur Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein. In den kühlen Gemäuern erwarten uns bereits drei edle Tropfen, begleitet von Liechtensteiner Käse- und Wurstspezialitäten. Der Weinbau hat in Liechtenstein eine lange Tradition. Die Hanglage und die besondere Bodenbeschaffenheit helfen den über 100 Winzern besonders fürstliche Tropfen zu erzeugen.

Gestärkt treten wir die Heimreise an. In der Wirtschaft zum Löwen in Schellenberg probieren wir am Abend die Spezialität des Fürstentums: Käseknöpfle mit Apfelmus. Das Käseknöpfle-Rezept der Familie Biedermann von der Wirtschaft zum Löwen gilt für viele als das beste weit und breit. Ein fürstlicher Genuss!

Naturschutzgebiet Rheindelta
Pfänderbahn mit Blick auf den Bodensee
Pfänderbahn Bregenz
Hafen in Bregenz am Bodensee
Hafen Bregenz

Tag 3: Rad & Naturschauspiel in Bodensee-Vorarlberg
Weiter geht es nach Österreich, in die Region Bodensee-Vorarlberg. Zu Beginn fahren wir gleich mit der Pfänderbahn auf den Hausberg des Bodensees. Der Rundblick über den gesamten Bodensee und die umliegenden 240 Alpengipfel ist einfach einzigartig und macht den Pfänder zum berühmtesten Aussichtspunkt der Region.

Jetzt aber ab auf die Räder - diese bekommen wir bei Procycle direkt an der Uferpromenade in Bregenz. Von hier aus geht es ein Stück weit entlang des Bodensee-Radweges in Richtung Hard zum Birdwatching. Mitten im Naturschutzgebiet des Rheindeltas, welches mit seinen naturnahen Feuchtwiesen und Schilfröhricht Lebensraum für über 330 Vogelarten bietet finden wir unbebautes, naturnahes Ufer. Ausgestattet mit unseren Ferngläsern können wir zwischen Schilf und seichtem Wasser einige interessante Vogelarten, wie beispielsweise Haubentaucher und Kormorane aufspüren. Wir sind wirklich fasziniert von dieser Landschaft und finden, dass das Rheindelta definitiv nicht nur für Vogelkundler spannend ist.

Auf dem Rückweg nach Bregenz legen wir noch einen kurzen Stopp bei der weltgrößten Seebühne in Bregenz ein. Hier ist aktuell das imposante Bühnenbild für die Oper Carmen von Georges Bizet zu sehen. Diese Oper wird in 2017 und 2018 in den Monaten Juli und August auf der Festspielbühne aufgeführt. Unser Abendausklang samt Übernachtung findet im Traditionshaus Hotel Schwärzler in Bregenz statt. Hier gibt es leckere Vorarlberger Spezialitäten, ehrliche Gastfreundschaft und Wohnkomfort. Sichtlich ausgeruht und mit nachhaltigen Eindrücken treten wir am nächsten Tag den Rückweg an.

 

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Ca. 3 bis 4 Tage

Kontakt

Internationale Bodensee Tourismus GmbH, Hafenstraße 6, 78462 Konstanz, Deutschland